| NÖRDLINGEN/Schwaben Gründung: 1877 - Fläche: 1868 qm |
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Ein schmaler Grasweg führt auf eine kleine Anhöhe zum verwaisten jüdischen Friedhof Nördlingens. Die rund um den Guten Ort verlaufende Einfriedungsmauer beschützt die etwa 220 Gräber. Den Eingang bildet ein zwischen zwei Steinpfeiler gesetztes zweiflügeliges Eisentor. Links davon stand einst das Taharahaus. Das Haus mit Räumen im Parterre sowie der ausgebaute Dachraum diente auch als Wohnung für den Friedhofspfleger, der diese Arbeit im Jahre 1924 von seinem Vater übernommen hatte und bis zum Jahre 1973 durchführte. 1978 mußte das Taharahaus wegen Verfall abgetragen werden. |
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Zu dieser Zeit fungierten in der Kehilla die Rabbiner Jacov von Ulm, Jacov und Josef. Die Gemeinde leitete Aaron von Neresheim (1449-89). Nach der Vertreibung im Jahr 1507 durften Juden nur zurückkehren, wenn sie eine Steuer zahlten, das sog. „Geleitgeld“. Erst im Jahre 1860 bekam ein Jude Eduard Höchstätter die Genehmigung, seinen permanenten Wohnsitz in Nördlingen einzurichten. Bis zum Jahre 1867 waren es 61 Seelen. Drei Jahre später gründeten sie eine neue Kehilla. 1876 verfügten sie über einen eigenen Friedhof (bis dahin wurden die Verstorbenen in Deggingen beerdigt); eine Betstube wurde 1886 durch den Neubau einer Synagoge ersetzt. Weiterhin verfügte die Kehilla über eine Chewra Kaddischa (seit 1898) für Männer und Frauen und einen Hilfsfonds (.........) und einen jüdischen Jugendverein (gegr. 1921). Auch gab es Anfang des 20. Jahrhunderts Büros des KKL (Jüdischer Nationalfonds) und der Zionistischen Vereinigung in Nördlingen.
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