| MILTENBERG/Unterfranken Gründung des alten Friedhofs: 15. Jahrhundert - Fläche: 1720 qm Gründung des Neuen Friedhofs: 1904 - 1440 qm |
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Der ältere der beiden in Miltenberg gelegenen jüdischen Friedhöfe zählt mehr als 500 Jahre. Entlang des aufsteigenden Burgweges sieht man über eine Steinmauer den Guten Ort. Diese Mauer ist aus dem in der Gegend typischen roten Mainsandstein gefertigt. Sie stützt bis in das Friedhofsgelände das Areal ab. Eine Steintreppe führt herunter zum Eingang, einem kleinen eisernen Türchen. Auf dieser Seite ist auf einem niedrigen Steinfundament als Einfriedung ein Eisengitter angebracht, während auf der, der Stadt zugewandten Seite, dem einstigen alten Stadtgraben, ein Drahtzaun die Einfriedung ergänzt. Betrachtet man inmitten des Friedhofs die obere, vom Burgweg abfallende Steinmauer, sieht man in diese Rundbogenöffnungen. Hier waren einst in allen Nischen Mazzewot zu sehen. |
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Zu dieser Zeit hatte Rabbi Itzchak von Vydaue die Befugnis der Rechtssprechung über alle Juden des Erzbistums, außer derer von Mainz. Doch bereits 1429 wurden die Juden erneut vertrieben und ihre Synagoge konfisziert. In den kommenden Jahren kehrten nur vereinzelt Juden nach Miltenberg zurück, die jedoch während des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) erneut vertrieben wurden. Eine neue jüdische Gemeinde etablierte sich erst Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts in der Stadt.
Ihre Verstorbenen beerdigte die 1726 gegründete Chewra Kaddischa auf dem Guten Ort in Kleinheubach. Die auf Anordnung des Mainzer Erzbischofs konfiszierte Synagoge kam 1562 in Privatbesitz und wurde 1754 von der jüdischen Gemeinde zurückgekauft. Im 19. Jahrhundert erschwerten das hohe Alter und die komplizierte Zugänglichkeit am Berghang die Benutzung des Gebäudes; vielleicht drang vom nahen Berg auch etwas Feuchtigkeit herein. |
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Die Synagoge wurde für baufällig erklärt und eine denkbare Sanierung auf 299 Gulden veranschlagt. Die jüdische Gemeinde renovierte das Gebäude nicht, sondern kaufte 1851 für 1026 Gulden ein mehr im Stadtzentrum gelegenes Wohnhaus und richtete in ihm ihre zweite Synagoge ein.1) Zu diese Zeit gründete Rabbi Avraham Hirsch zusammen mit seinem Bruder eine kleine Yeschiwa in Miltenberg, die später nach Mainstockheim verlegt wurde. Im 19. Jahrhundert beerdigte man die Verstorbenen wieder auf dem südlich der Stadt gelegenen Beth Olam (der älteste Grabstein aus dieser Periode ist von 1812), bevor man 1899 beschloß, ein Grundstück westlich der Stadt von Emanuel Lindheimer zu kaufen, um dort den neuen Beth Olam anzulegen. Eingefriedet wurde das an einem kleinen Hang liegende Areal mit einer Steinmauer, der Eingang ist ein größeres, zweiflügeliges Eisentor auf der vorderen bzw. unteren Seite des Guten Ortes.
Auf der gegenüberliegenden Mauerseite befindet sich ein weiteres kleines Eisentürchen. Die erste Lewajia war im Jahre 1902 von Hajum Mosbacher. 1907 wurde auch E. Lindheimer dort beerdigt.2) 1904 baute die Kehille eine neue Synagoge. Wilhelm Klingenstein sel.A., 1833 in Miltenberg geboren (er wanderte nach England aus), war einer von vielen großzügigen Spendern. Für den Aron Hakodesch wurde der Giebelstein aus der ersten Synagoge verwendet. Nunmehr verfügte die Kehille über die erwähnte neue Synagoge, ein Bethaus für Wochentage, Mikwe, Schulhaus mit einem Klassenzimmer und einer Bibliothek sowie den beiden Bate Olam. Neben Chewra Kaddischa für Männer und Frauen gab es eine Ortsgruppe der Zionistischen Vereinigung und des Centralvereins in Miltenberg. Der im Jahre 1916 verstorbene W. Klingenstein (oben erwähnt) bedachte in seinem Testament auch seinen Geburtsort. 1000 Pfund gingen an die Stadt Miltenberg mit der Maßgabe, das Geld zur Instandsetzung und Unterhaltung des alte jüdischen Friedhofs an der Stadtmauer zu verwenden.3) 1 u.2) U.Debler: Die jüdische Gemeinde von Miltenberg 3) VB-Franken u. seine Nachbarn v. 1. 10. 1994 |
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